Vitaly Ponomarev von WayRay und Lutz Meschke (Porsche)
Lutz Meschke, Porsche (r.) und Vitaly Ponomarev (WayRay) vor dem virtuellen Fahrerlebnis. Bildquelle: obs/(c) WayRay

In ihrem Artikel „Porsche will virtuelle Autorennen auf die Frontscheibe bringen“ berichtet die Welt am 20. September 2018 über einen Trend der kommenden Jahre. (kurz: AR) im Automobilbereich. AR wird eingesetzt, um auf der Windschutzscheibe von Autos virtuelle Zusatzinformationen einzublenden.

Augmented Reality für Automobile

Augmented Reality als zukunftsweisende Technologie, soll zukünftig auch Einzug ins Auto erhalten. Dabei wird die Realität um virtuelle Elemente, wie das gegnerische Rennauto, erweitert und die Windschutzscheibe wird zum Bildschirm. Damit lässt sich nicht nur ein fiktives Rennen fahren. Auch andere Informationen lassen sich einblenden, wie zum Beispiel die Geschwindigkeit.

„Der rote Porsche schießt rechts vorbei und geht in Führung. Dabei bewegt sich das eigene Auto eindeutig auf der Ideallinie. Die ist an der grünen Markierung auf dem Asphalt zu erkennen, rechts ist die Grafik der gesamten Rennstrecke zu sehen und darauf die Position aller anderen Gegner. Alles sieht aus wie in einem Videospiel, in dem man ein virtuelles Autorennen fährt. Aber tatsächlich sitzt der Spieler hinter dem Steuer eines sehr realen Sportwagens und fährt damit über einen echte Rennstrecke. In der Wirklichkeit gibt es nur keine Gegner, keinen roten Porsche und nicht einmal die grüne Ideallinie auf dem Asphalt“, so beschreibt „Die Welt“ eine virtuelle Rennszene.

Porsche von Augmented Reality überzeugt

Porsche hat das Potenzial von AR erkannt und gehört seit dieser Woche zu den größten Investoren in das Schweizer Start-up WayRay, das zukünftig virtuelle Autorennen möglich machen möchte. Gemeinsam mit anderen Anlegern, wie dem Autobauer Hyundai, hat der Stuttgarter Sportwagenbauer rund 80 Millionen Dollar (69 Millionen Euro) in WayRay investiert. Zuvor hatten schon andere Technologieunternehmen, wie der chinesische Alibaba-Konzern, das Start-up finanziell gefördert.

Gegründet wurde WayRay von Vitaly Ponomarev, der das Start-up bis heute leitet. Inzwischen arbeiten rund 250 Menschen für das Unternehmen, das den Büros in Zürich, Russland und China im kommenden Jahr auch einen Produktionsstandort in Deutschland eröffnen will.

„Das Team von WayRay hat eine einzigartige technische Expertise mit fundierten Hintergründen aus der Raumfahrt, Hardware- und Softwareentwicklung“, sagt Porsches IT-Vorstand Lutz Meschke gegenüber der Welt. „Wir sind davon überzeugt, dass wir unseren Kunden auf dieser Basis künftig Porsche-typische Lösungen anbieten können.

Mit AR fahren wie ein Profi-Rennfahrer

Bereits mit der Einführung des ersten elektrischen Modells Taycan möchte Porsche im kommenden Jahr sogenannte „Functions on Demand“ einführen. Es handelt sich dabei um zusätzliche Funktionen, die dem Autobesitzer gegen Aufpreis per Software über das Internet frei geschaltet werden.

WayRay Porsche AR
WayRay und Porsche sehen Zukunft für AR auf der Rennstrecke

Ein Beispiel für eine solche Zusatzoption nannte Digitalisierungsvorstand Meschke schon im vergangenen Jahr in „WELT AM SONNTAG“ eine App, die nach dem Rennfahrer Mark Webber benannt werde und einen Porsche autonom über Rennstrecken steuern soll. „Mark Webber – oder ein anderer Rennfahrer – fährt seine Ideallinie etwa auf der Nordschleife am Nürburgring in einem Porsche“, erklärt Meschke das Prinzip. „Diese Fahrt wird per Software aufgezeichnet, und das Fahrzeug kann diese Fahrt später mit dem Kunden autonom nachfahren.“

Erfolgsträchtig: Mark-Webber-App

Bei Porsche erhofft man sich durch solche Angebote erhebliche Zusatzeinnahmen. Die Mark-Webber-App werde einen hohen dreistelligen oder niedrigen vierstelligen Betrag kosten. „Die Technologie ist schon heute greifbar“, sagt Meschke. „Ich gehe davon aus, dass schon in drei bis vier Jahren ein Porsche automatisch die Ideallinie fahren kann und wir die App anbieten können.“