Bereits Im vergangenen Jahr hat Apple im Rahmen der iOS-Version 11 die AR-Plattform ARKit vorgestellt. Im Juni präsentierte das Unternehmen auf der hauseigenen Entwicklermesse WWDC nun ARKit 2 und eröffnet Entwicklern damit nahezu grenzenlose Möglichkeiten AR-Inhalte in ihren Anwendungen zu integrieren, sodass Realität und virtuelle Welt immer stärker miteinander verschmelzen. ARKit 2 wird ab diesem Herbst als Teil eines kostenlosen Software-Updates verfügbar sein.

ARKIT für iOS | Bildquelle: Apple

Doch was genau ist ARKit eigentlich? ARKit ist eine AR-Entwicklerplattform. Ein Softwarepaket, das umfangreiches Fachwissen und einfach nutzbare Tools zur Verfügung stellt, mit dem sich AR Apps für Applegeräte programmieren und überarbeiten lassen und einen schnellen Einstieg in die AR Programmierung bieten.

Mit ARKit kann zum Beispiel auf sogenannte AR-Marker verzichtet werden. Diese symbolartigen Grafiken mussten bisher bei vielen AR-Anwendungen per Mobiltelefon gescannt werden, um die genaue Position und Orientierung des Smartphones und des AR-Objekts zu ermitteln, denn nur wenn das Tracking mit hoher Genauigkeit geschieht, entsteht ein authentisches AR-Erlebnis. Stattdessen berechnet ARKit die Position des Gerätes anhand der Lagesensoren, kombiniert mit visuellem Tracking von markanten Punkten im Raum. Diese sogenannte «Pose Estimation» geschieht mehrere hundert Mal pro Sekunde und führt dazu, dass virtuelle Objekte punktgenau positioniert werden können. ARKit 2 ermöglicht nun sogar auch die Erkennung von 3D-Objekten und bewegbaren 2D-Objekten im Raum, sodass die Entwickler nun die Möglichkeit haben, vorhandene Gegenstände in die eigene Anwendung zu integrieren. Für die Nutzer bedeutet das: alles sitzt an Ort und Stelle, nichts ruckelt, kein Partikel driftet. Ein weiteres fortschrittliches Feature ist der Mehrspieler-Modus. Während die Nutzer bisher nur ihre eigene AR-Realität auf dem Smartphone oder Tablet wahrnehmen konnten, sind nun auch Aktionen anderer Teilnehmer im gleichen Raum sichtbar, was besonders für den Bereich Gaming eine Bereicherung ist. Genauso elementar für diese Branche ist die neue Option des Speicherns. ARKit 2 kann Spielstände einer aufgebauten Umgebung mit imaginären Objekten zwischenspeichern und nach dem Pausieren wieder abrufen. Darüber hinaus wird mit USDZ zukünftig ein neues Dateiformat verfügbar sein. In diesem Format können unterschiedliche 3D-Kreationen nun auch abgespeichert und anderen Nutzern zur Verfügung gestellt werden, sodass es zukünftig voraussichtlich ein ganzes Datensystem voller 3D-Objekekte geben wird, die kommerziell erworben und genutzt werden können.

Zahlreiche Anwendungen und Apps basieren bereits auf den neuen Funktionen von ARKit. Ein sehr prominentes Beispiel ist „Ikea place“. Ganz nach dem Motto „Vor dem Kauf ausprobieren“ ermöglicht der schwedische Möbelhersteller seinen Kunden auf diese Weise, Möbel maßstabgetreu in 3D per App in den eigenen vier Wänden auszutesten. Mit der App Monsterpark können die Nutzer aber ebenso gut in eine prähistorische Zeit abtauchen und zusammen mit T-Rex im Park spazieren gehen oder die Funktionsweise der menschlichen Organe mit der Anwendung „complete anatomy“ kennenlernen. Kurz gesagt, die Möglichkeiten von ARKit scheinen grenzenlos und sind nicht nur für die Entwickler, sondern natürlich auch für die Nutzer eine Bereicherung.

ARKit unterstützt alle Apple IPhones ab dem 6S, das aktuelle iPad sowie die iPad-Pro-Modelle.