Die Technik hinter dem beliebten Handyspiel

Dem PokémonGo-Hype könnt ihr nicht mehr aus dem Weg gehen. Wenn ihr es nicht selbst spielt, trefft ihr auf der Straße andere PokémonGo-Spieler am laufenden Band. Auch in den Medien ist das Game ein absoluter Hype. Aber warum ist das so und welche Technik steckt dahinter?

Der promovierte Informatiker Dr. Thies Pfeiffer und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Technischen Fakultät an der Universität Bielefeld gab der Neuen Westfälischen in einem Interview Antworten auf diese Fragen. Thies Pfeiffer hält an der Universität Bielefeld die Vorlesung „Virtuelle Realität“. Dort entwickeln die Studenten zum Beispiel 360-Grad-Filme oder Videospiele mit der Augmented Reality Technik – ähnlich wie PokémonGo.

Für Thies Pfeiffer lebt das Spiel von der Marke und dem räumlichen Aspekt. Es fordert die Spieler auf, etwas zu leisten und weist Ähnlichkeiten zum Geocaching auf. Diese Kombination ist für die meisten neu. Dazu kommt die ständige Konfrontation mit dem Spiel durch andere Spieler auf der Straße und die Möglichkeit im Team zu spielen. In Verbindung mit der neuen Technik lebt der PokémonGo-Hype von früher noch einmal neu auf.

Thies Pfeiffer beschäftigt sich an der Universität Bielefeld intensiv mit der Technik, die das Spiel verwendet. Diese heißt Augmented Reality, kurz AR, oder erweiterte Realität. Dabei vermischen sich die reale und die digitale Welt. Augmented Reality ist heutzutage auf fast jedem Smartphone anwendbar. Mittlerweile gibt es Augmented Reality Brillen, mit denen ihr die erweiterte Realität erleben könnt. Thies Pfeiffer meint, dass diese Brillen gerade bei Spielen wie PokémonGo mehr Sicherheit bieten würden. So behält der Spieler das normale Sichtfeld bei und starrt nicht ununterbrochen auf sein Smartphone. Die Umwelt wird nicht komplett ausgeblendet.

Thies Pfeiffer ist sich sicher, dass diese Brillen schnell zu einem normalen Gebrauchsgegenstand werden. Sie können zum Beispiel als Lesehilfen dienen. Menschen mit grünem Star oder Rot-Grün-Schwächen könnte diese Technik durch eine andere Darstellung des Originals helfen. Auch in der Medizin und in der Industrie werden diese Brillen laut Thies Pfeiffer verwendet: „Es gibt Bereiche in der Medizin, die das für Operationen einsetzen, um zum Beispiel eine Aufnahme vom Gehirn oder Gewebe einzublenden, während operiert wird. So hat der Arzt die Information näher dran und muss den Kopf nicht immer zur Seite drehen.“

Augmented Reality macht vieles möglich, erleichtert und erweitert die Möglichkeiten auf eine flexible und vielfältige Art und Weise. Ihr dürft weiterhin gespannt sein, wie sich Augmented Reality in den nächsten Jahren in unser alltägliches Leben, sowie in das Berufsleben integrieren wird. Mit PokémonGo hat Augmented Reality schon einen sehr großen Schritt hinein in die alltägliche Gesellschaft gemacht.